Kreatinin ist ein natürliches Abfallprodukt des Muskelstoffwechsels. Normalerweise filtern die Nieren diesen Stoff konstant aus dem Blut und scheiden ihn über den Urin aus. Wenn der Kreatininwert im Blutbild erhöht ist, deutet das meist darauf hin, dass die Filtrationsleistung der Nieren vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt ist – der Körper schlägt sozusagen Alarm.
Was ein erhöhter Kreatininwert bedeuten kann
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Nieren filtern Abfallstoffe nicht mehr in vollem Umfang. Dies kann durch akute Entzündungen, Bluthochdruck, Diabetes oder chronische Nierenerkrankungen verursacht werden.
- Flüssigkeitsmangel (Dehydration): Wenn dem Körper zu wenig Wasser zugeführt wird, konzentriert sich das Blut – der Kreatininwert steigt an, ohne dass die Niere dauerhaft geschädigt ist.
- Hohe Muskelmasse oder intensive Belastung: Sehr sportliche Menschen mit viel Muskelmasse oder Personen nach extremem Krafttraining weisen natürlicherweise höhere Werte auf.
- Ernährung: Der hohe Verzehr von gegartem rotem Fleisch oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Kreatin (Creatin) erhöht den Spiegel im Blut.
- Medikamenteneinfluss: Manche Schmerzmittel (wie Ibuprofen oder Naproxen) sowie bestimmte Blutdrucksenker oder Antibiotika können die Nierenfunktion vorübergehend belasten.
Typische Warnsignale des Körpers
Ein leicht erhöhter Wert verursacht oft keine spürbaren Symptome. Erst bei stärkerer Belastung der Nieren können folgende Anzeichen auftreten:
- Wassereinlagerungen (Ödeme) an den Beinen, Knöcheln oder im Gesicht
- Verfärbter, schaumiger oder stark verminderter Urin
- Unerklärliche Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Konzentrationsschäche
- Übelkeit oder ein metallischer Geschmack im Mund
Natürliche Maßnahmen zur Entlastung der Nieren
- Ausreichend trinken: Gleichmäßig über den Tag verteilt klares Wasser oder ungesüßte Kräutertees (z. B. Brennnessel oder Schachtelhalm) trinken.
- Fleischkonsum reduzieren: Den Anteil an rotem Fleisch senken und vermehrt auf pflanzliche Eiweißquellen setzen.
- Salzkonsum einschränken: Weniger Kochsalz entlastet den Blutdruck und schont die Nierenkörperchen.
- Vorsicht bei Schmerzmitteln: Auf die dauerhafte Einnahme von nierenbelastenden Schmerzmitteln (NSAIDs) ohne ärztliche Absprache verzichten.
Wichtiger Hinweis
| Schritt | Empfehlung |
| Ärztliche Abklärung | Ein erhöhter Kreatininwert sollte immer medizinisch abgeklärt werden. Der Arzt bestimmt meist zusätzlich die eGFR (geschätzte Filtrationsrate) und untersucht den Urin auf Eiweiß, um die genaue Ursache zu ermitteln. |
Wurde der erhöhte Wert im Rahmen einer routinemäßigen Blutuntersuchung festgestellt, oder treten bei Ihnen bereits erste Beschwerden wie Wassereinlagerungen auf?