Nächtlicher Speichelfluss (Sialorrhö) tritt auf, wenn während des Schlafs mehr Speichel produziert wird als gewohnheitsmäßig geschluckt werden kann oder wenn die Gesichtsmuskeln so stark entspannen, dass der Mund offen bleibt.
8 häufige Gründe für nächtlichen Speichelfluss
- 1. Schlafen in Seiten- oder Bauchlage: Die Schwerkraft zieht den Speichel schlichtweg nach unten. Bei Seiten- oder Bauchschläfern öffnet sich der Mund durch den Druck auf das Kissen leichter, sodass Speichel ungehindert austreten kann.
- 2. Verstopfte Nase & Mundatmung: Erkältungen, Allergien (z. B. Hausstaub, Pollen) oder eine gekrümmte Nasenscheidewand erschweren die Nasenatmung. Der Körper schaltet automatisch auf Mundatmung um, wodurch die Lippen offen bleiben.
- 3. Schlafapnoe (Atemaussetzer): Das obere Atemwegsgewebe kollabiert phasenweise im Schlaf. Dies führt zu lautem Schnarchen, nächtlichem Nach-Luft-Jappen und anhaltender Mundatmung mit starker Speichelbildung.
- 4. Nebenwirkungen von Medikamenten: Manche Arzneistoffe – darunter bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika, Alzheimer-Medikamente sowie Schmerz- oder Beruhigungsmittel – regen die Speicheldrüsen direkt an (Hypersalivation).
- 5. Sodbrennen & Refluxkrankheit (GERD): Wenn Magensäure in die Speiseröhre steigt, schüttet der Körper reflexartig vermehrt alkalischen Speichel aus, um die Säure im Rachen zu neutralisieren und die Schleimhaut zu schützen.
- 6. Kiefer- & Zahnfehlstellungen: Ein Fehlbiss, nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) oder Zahnlücken verhindern oft, dass die Lippen im Schlaf vollständig und mühelos schließen.
- 7. Neurologische Ursachen: Erkrankungen wie Parkinson, Schlaganfälle oder Multiple Sklerose können den Schluckreflex beeinträchtigen oder die Kontrolle über die Gesichtsmuskulatur im Schlaf schwächen.
- 8. Infektionen im Mund- und Rachenraum: Mandelentzündungen, Zahnfleischschwellungen, Stomatitis oder Aphten reizen die Schleimhäute. Als Schutzfunktion produzieren die Speicheldrüsen mehr Flüssigkeit.
Tipps zur Reduzierung
| Ursache / Bereich | Schnelle Abhilfe |
| Schlafposition | Bewusst versuchen, auf dem Rücken zu schlafen (z. B. mit einem Seitenschläferkissen abstützen). |
| Nase frei halten | Vor dem Schlafengehen eine Nasendusche mit Kochsalzlösung nutzen oder Allergene im Schlafzimmer reduzieren. |
| Reflux vermeiden | Späte, schwere Mahlzeiten meiden und das Kopfteil des Bettes leicht erhöht stellen. |
| Mundhygiene | Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt zur Behandlung von Fehlstellungen oder Zahnfleischentzündungen. |