Wenn diese Warnzeichen darauf hindeuten, dass Ihre Nieren in Gefahr sind, ist der wichtigste nächste Schritt eine präzise medizinische Abklärung. Die Nierenfunktion lässt sich nicht allein durch Symptome beurteilen, sondern muss durch gezielte Laborwerte überprüft werden.
Hier ist der konkrete Fahrplan, wie Sie die Nierenfunktion ärztlich testen lassen und die Organe sofort im Alltag schützen:
1. Die entscheidenden medizinischen Tests beim Arzt
Um den tatsächlichen Zustand der Nieren zu bestimmen, reichen zwei einfache, kostengünstige Untersuchungen beim Hausarzt aus:
- Der eGFR-Wert (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate): Dieser Wert wird aus dem Kreatininspiegel im Blut berechnet. Er gibt in Prozent an, wie gut die Nieren das Blut noch filtern. Ein Wert über 90 ist optimal; sinkt er dauerhaft unter 60, liegt eine chronische Nierenschwäche vor.
- Der Urin-Albumin-Wert (UACR): Ein einfacher Urinstix oder eine Laborprobe zeigt, ob sich Eiweiß (Albumin) im Urin befindet. Gesunde Nieren halten Eiweiß im Körper zurück. Ist der Wert erhöht, ist dies das früheste Warnzeichen für eine Schädigung der Nierenfilter – oft noch bevor der Blutwert schlechter wird.
2. Drei sofortige Schutzmaßnahmen für Ihre Nieren
Wenn der Verdacht auf eine Nierenbelastung besteht, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen, um die Organe sofort zu entlasten:
Vorsicht bei Schmerzmitteln (NSAR)
Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen sind hochgradig nierenschädigend (nephrotoxisch). Sie verengen die Blutgefäße in den Nieren und drosseln deren Durchblutung. Bei Nierenproblemen sollten diese Medikamente streng gemieden und stattdessen nach Absprache mit dem Arzt auf Alternativen wie Paracetamol ausgewichen werden.
Blutdruck präzise einstellen
Bluthochdruck ist der Nierenkiller Nummer eins. Der hohe Druck beschädigt die feinen Filteräderchen (Nephrone) in den Nieren irreparabel. Ein Zielwert von unter 130/80 mmHg schützt das Nierengewebe nachweislich vor dem weiteren Verfall.
Auf verstecktes Phosphat und Kochsalz achten
Überlastete Nieren können überschüssiges Phosphat und Natrium nicht mehr ausscheiden. Meiden Sie daher stark verarbeitete Lebensmittel, Fast Food und Schmelzkäse, da diese künstliche Phosphate (Zusatzstoffe E338–E343) enthalten, die die Gefäße und Nieren direkt schädigen. Reduzieren Sie zudem den Salzkonsum, um den Blutdruck zu entlasten.