Geflügelte Termiten im Haus: Wie man sie erkennt und was im Falle eines Befalls zu tun ist

Wenn plötzlich Dutzende oder gar Hunderte von kleinen, geflügelten Insekten durch das Haus fliegen oder sich an den Fenstern sammeln, sorgt das verständlicherweise für Beunruhigung. Oft handelt es sich dabei um sogenannte Geflügelte Termiten (auch Schwarmtermiten oder Alaten genannt).

Es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, die Insekten richtig zu identifizieren und die passenden Schritte einzuleiten.

1. Erkennung: Termite oder fliegende Ameise?

Sehr häufig werden geflügelte Termiten mit fliegenden Ameisen verwechselt. Da Ameisen im Haus zwar lästig, aber strukturell meist harmlos sind, Termiten hingegen Holzbauteile beschädigen können, ist die Unterscheidung entscheidend:

MerkmalGeflügelte TermiteFliegende Ameise
KörperbauDurchgehend gerade Form (“keine Taille”)Deutlich Wespentaille (zweigeteilter Körper)
FlügelAlle 4 Flügel sind gleich lang und viel länger als der KörperDie vorderen Flügel sind deutlich größer/länger als die hinteren
FühlerVollkommen gerade (wie eine kleine Perlenschnur)Geknickt bzw. abgewinkelt
FlügelverlustVerlieren ihre Flügel sehr schnell nach der LandungBehalten ihre Flügel oft länger

Hinweis: Wenn Sie auf dem Fensterbrett oder dem Boden haufenweise abgeworfene, transparente Flügel finden, ist dies ein sehr starkes Indiz für geflügelte Termiten.

2. Warum sind sie im Haus?

Die geflügelten Termiten sind die fruchtbaren Könige und Königinnen eines bestehenden Volkes. Sie verlassen ihr Nest meist an warmen, feuchten Tagen (oft nach Regenfällen), um sich zu paaren und neue Kolonien zu gründen.

  • Findet der Schwarm im Freien statt und es verirren sich nur wenige Tiere durch ein offenes Fenster ins Haus, besteht meist kein Grund zur Sorge.
  • Kommt der Schwarm jedoch direkt aus einer Ritze, Fußleiste oder Wand im Innenbereich, bedeutet dies, dass sich bereits ein aktives Nest im oder direkt unter dem Fundament des Hauses befindet.

3. Was ist im Falle eines Befalls zu tun?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass die Insekten aus dem Inneren des Hauses kommen, sollten Sie methodisch vorgehen:

Sofortmaßnahmen (Schadensbegrenzung):

  1. Ruhe bewahren: Termiten beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und zerstören das Haus nicht innerhalb weniger Tage. Sie haben Zeit, besonnen zu handeln.
  2. Insekten wegsaugen: Nutzen Sie den Staubsauger, um die fliegenden Insekten einzufangen. Leeren Sie den Beutel danach draußen in einer verschlossenen Mülltüte aus.
  3. Beweise sichern: Sammeln Sie ein paar der Insekten (und deren Flügel) in einem kleinen Glas oder verschließbaren Beutel. Das hilft dem Fachpersonal später bei der exakten Bestimmung.
  4. Austrittsstelle lokalisieren: Versuchen Sie herauszufinden, aus welcher Spalte oder welchem Loch die Tiere krabbeln. Kleben Sie diese Stelle nicht sofort dauerhaft zu, da sich die Tiere sonst neue Wege durch das Holz suchen.

Langfristige Maßnahmen (Professionelle Hilfe):

  • Keine Alleingänge mit Insektenspray: Handelsübliche Sprays töten nur die sichtbaren fliegenden Tiere an der Oberfläche. Das eigentliche Nest sitzt tief im Holz oder im Boden und wird dadurch nicht erreicht. Schlimmer noch: Der chemische Geruch kann das Volk aufteilen, sodass mehrere neue Nester im Haus entstehen.
  • Schädlingsbekämpfer kontaktieren: Ein verifizierter Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung sollte das Haus inspizieren. Profis nutzen spezielle Ködersysteme oder Barrieren, die das Problem an der Wurzel – der Königin im Nest – packen.

Vorbeugung: Wie man das Haus unattraktiv für Termiten macht

Termiten lieben Feuchtigkeit und Zellulose (Holz). Um einen Befall in Zukunft zu verhindern, helfen diese einfachen Kniffe:

  • Feuchtigkeit reduzieren: Reparieren Sie undichte Rohre, tropfende Dachrinnen oder Klimaanlagen sofort. Termiten können ohne Feuchtigkeit nicht überleben.
  • Holzkontakt zum Boden vermeiden: Brennholz, Holzstapel oder hölzerne Gartenmöbel sollten keinen direkten Kontakt zur Erde haben und mindestens ein paar Meter vom Haus entfernt gelagert werden.
  • Lüften: Sorgen Sie in Kriechkellern und auf Dachböden für eine gute Luftzirkulation, um das Holz trocken zu halten.

Haben Sie die Insekten direkt im Wohnbereich entdeckt oder fliegen sie eher draußen im Garten umher?

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