Wenn man Kräuterexperten nach einer Pflanze fragt, die unglaublich mächtig ist, aber von den meisten Menschen einfach nur als hübsche Garten-Deko übersehen wird, fällt fast immer ein Name: Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus).
Sie wurde nicht ohne Grund zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Während viele sie nur als farbenfrohen Bodendecker kennen, verbirgt sich in ihren Blättern und Blüten ein echtes medizinisches Kraftpaket.
Das „Geheimnis“ ihrer Wirkung: Pflanzliche Senföle
Das volle Potenzial der Kapuzinerkresse liegt in ihrer eingebauten Abwehrwaffe: den Senfölglykosiden. Wenn die Blätter oder Blüten zerkaut oder geschnitten werden, wandeln Enzyme diese Stoffe in flüchtige Senföle (wie Benzylsenföl) um.
- Das natürliche Antibiotikum: Diese Senföle wirken nachweislich stark gegen eine Vielzahl von Bakterien, Viren und sogar Pilze.
- Der unschlagbare Vorteil: Im Gegensatz zu chemischen Antibiotika greifen die Senföle die nützlichen Darmbakterien im Dickdarm nicht an. Sie werden nämlich bereits im oberen Magen-Darm-Trakt komplett ins Blut aufgenommen. Über den Blutkreislauf gelangen sie dann direkt dorthin, wo sie gebraucht werden: in die Atemwege und die Harnwege.
Wie man das Beste aus ihr herausholt
Das flüchtige Senföl ist hitzeempfindlich. Wer Kapuzinerkresse kocht, zerstört den Großteil ihrer Heilkraft. Um das volle Potenzial zu nutzen, wendet man sie am besten frisch und roh an.