Unsere Füße tragen uns nicht nur durch das Leben und über das Gelände, sondern sie fungieren auch als sensible Frühwarnsysteme des Körpers. Viele chronische Erkrankungen beginnen schleichend im Verborgenen, ohne dass wir im Alltag große Schmerzen verspüren. Doch an den Füßen hinterlassen sie oft ihre allerersten, unmissverständlichen Spuren.
Zwei dieser „stillen Krankheiten“, die sich besonders häufig zuerst an den Füßen verraten, sind Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK / Schaufensterkrankheit).
1. Diabetes mellitus (Die Zuckerkrankheit)
Diabetes schädigt im Laufe der Zeit durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die feinen Nervenbahnen (Neuropathie) und die kleinen Blutgefäße im Körper. Da die Nervenwege zu den Füßen am längsten sind, treten die Symptome dort meist zuerst auf.
Die stillen Anzeichen an den Füßen:
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln: Ein Gefühl, als ob die Füße „eingeschlafen“ wären, oder ein anhaltendes Kribbeln (wie Ameisenlaufen), das oft nachts im Ruhezustand schlimmer wird.
- Verringertes Schmerz- und Temperaturempfinden: Wenn man barfuß läuft und einen kleinen Stein, eine Blase oder eine kleine Verletzung überhaupt nicht bemerkt, ist das ein klassisches Warnsignal. Auch zu heißes Badewasser wird oft nicht mehr richtig wahrgenommen.
- Extrem trockene, rissige Haut: Die Nervenschäden führen dazu, dass die Schweißdrüsen am Fuß nicht mehr richtig arbeiten. Die Haut trocknet stark aus, schuppt sich und es bilden sich tiefe Risse (Rhagaden), besonders an den Fersen.
- Schlecht heilende Wunden: Selbst kleinste Druckstellen, Kratzer oder Blasen heilen über Wochen nicht ab, sondern entzünden sich schnell.
2. Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Die pAVK ist eine fortschreitende Durchblutungsstörung, die durch eine Verkalkung (Arteriosklerose) der Schlagadern in den Beinen verursacht wird. Die Füße und Muskeln werden dadurch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Die stillen Anzeichen an den Füßen:
- Chronisch kalte Füße: Natürlich hat jeder im Winter mal kalte Zehen. Wenn aber ein Fuß oder beide Füße selbst in einer warmen Stube oder unter der Bettdecke dauerhaft eiskalt bleiben und sich kaum aufwärmen, deutet das auf eine mangelnde Durchblutung hin.
- Blasse oder bläuliche Haut: Die Haut an den Füßen und Zehen wirkt auffallend blass, fast wächsern. Wenn man die Beine hochlagert, werden die Füße weiß; lässt man sie von der Stuhlkante hängen, färben sie sich oft rötlich-blau.
- Verlust der Behaarung und dünne Haut: Da die Nährstoffe fehlen, sterben die feinen Haare auf den Zehen und dem Fußrücken ab. Die Haut wird dünn, glänzend und wirkt pergamentartig.
- Muskelschmerzen beim Gehen: Ein Ziehen oder krampfartiger Schmerz in der Wade oder im Fuß, der nach einer bestimmten Gehstrecke auftritt und beim Stehenbleiben sofort wieder nachlässt (daher der Name „Schaufensterkrankheit“).
Wann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen?
Ein frühzeitiges Handeln schützt vor schwerwiegenden Spätfolgen wie chronischen Geschwüren oder dem Absterben von Gewebe. Sie sollten zeitnah einen Arzt (Hausarzt, Diabetologen oder Angiologen) aufsuchen, wenn:
- Sie eine Wunde entdecken, die nach einer Woche keine Heilungstendenz zeigt, sich rötet, warm anfühlt oder nässt.
- Sie ein dauerhaftes Taubheitsgefühl oder ein anhaltendes, brennendes Kribbeln in den Füßen verspüren.
- Sich die Hautfarbe oder Hautstruktur eines Fußes im Vergleich zum anderen auffällig verändert hat.
- Sie Schmerzen in den Waden oder Füßen entwickeln, die Sie dazu zwingen, beim Gehen regelmäßig Pausen einzulegen.
Ein gesundes Fundament für den Alltag
Gerade wenn man täglich viel auf den Beinen ist, das Gelände bewirtschaftet oder handwerklich aktiv ist, vergisst man oft, den Füßen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Nach getaner Arbeit, wenn alle Pflichten erfüllt sind und die wohlverdiente Ruhe einkehrt, ist der perfekte Moment für eine kurze Selbstfürsorge.
Setzen Sie sich am Spätnachmittag entspannt auf die Veranda oder in Ihren gemütlichen Pavillon. Eine heiße Tasse frisch gebrühter, dunkler Kaffee ist jetzt ideal, um den Tag Revue passieren zu lassen. Nutzen Sie diese ruhige Stunde nicht nur, um in Ihr Logbuch einzutragen, welche Projekte heute erfolgreich waren, sondern nehmen Sie sich auch kurz Zeit für Ihre Gesundheit:
- Waschen Sie die Füße täglich mit lauwarmem Wasser und trocknen Sie sie – besonders zwischen den Zehen – gründlich ab.
- Nutzen Sie das Eincremen am Abend mit einer reichhaltigen Pflege (z. B. mit einem Schuss natürlichem Minzöl für die Frische), um Ihre Füße ganz bewusst auf kleine Veränderungen, Druckstellen oder Trockenheit zu untersuchen.
Unsere Füße tragen uns verlässlich durch das Leben – wenn wir gut auf ihre leisen Signale hören, sorgen wir dafür, dass sie das noch sehr lange und sicher tun.
Haben Sie eines dieser Anzeichen wie chronische Kälte, Kribbeln oder extrem trockene Haut in letzter Zeit vermehrt bei sich beobachtet, oder möchten Sie allgemein wissen, wie Sie Ihre Füße im Alltag am besten schützen und pflegen können?