Brennnessel zur Verbesserung der Prostata: Ausführliches Rezept, Tipps und Symptome…Mehr erfahren

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist ein Urgestein der traditionellen europäischen Kräuterkunde und eines der am besten untersuchten Naturheilmittel, wenn es um die Männergesundheit ab der Lebensmitte geht.

Besonders bei einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) – der gutartigen Vergrößerung der Prostata – kann die Brennnessel erstaunliche Erleichterung bringen. Wichtig zu wissen: In der Naturheilkunde nutzt man hierfür vor allem die Brennnesselwurzel (Urticae radix), während die Blätter eher allgemein zur Durchspülung der Harnwege dienen.


Die Symptome: Wann die Prostata Aufmerksamkeit braucht

Ab dem 40. und besonders ab dem 50. Lebensjahr wächst die Prostata bei fast allen Männern natürlicherweise heran. Da sie die Harnröhre umschließt, macht sich dies meist durch folgende Beschwerden bemerkbar:

  • Häufiger Harndrang: Besonders nachts (Nykturie), was den Schlaf empfindlich stört.
  • Abgeschwächter Harnstrahl: Der Strahl wird dünner, das Urinieren dauert länger.
  • Startschwierigkeiten: Es dauert einen Moment, bis der Urin zu fließen beginnt.
  • Gefühl der Restharnbildung: Das Gefühl, dass die Blase nach dem Toilettengang nicht ganz leer ist.
  • Nachträufeln: Unwillkürlicher Urinverlust direkt nach dem Urinieren.

Warum hilft die Brennnesselwurzel?

Die Wurzel der Brennnessel enthält einen komplexen Mix aus Phytosterolen (z. B. Beta-Sitosteron), Lignanen und Lectinen.

  1. Hormonelle Balance: Sie greift sanft in den Hormonstoffwechsel der Prostata ein, indem sie die Bindung von Dihydrotestosteron (DHT) – dem Hormon, das für das Wachstum der Prostata verantwortlich ist – an die Rezeptoren blockiert.
  2. Entzündungshemmung: Sie mindert Schwellungen und entzündliche Prozesse im Gewebe.
  3. Flussverbesserung: Sie verkleinert die Prostata zwar meist nicht akut, aber sie entspannt das Gewebe, sodass der Urin wieder frei und spürbar kräftiger fließen kann.

Ausführliches Rezept: Der Brennnesselwurzel-Dekokt

Da die Wirkstoffe in der hölzernen Wurzel sitzen, reicht ein einfacher Aufguss wie bei Blättern nicht aus. Die Inhaltsstoffe müssen durch Kochen herausgelöst werden (Dekokt).

Zutaten:

  • 1 gehäufter Esslöffel getrocknete, geschnittene Brennnesselwurzel (aus der Apotheke oder sauber selbst gegraben und getrocknet)
  • 250 ml kaltes Wasser

Zubereitung:

  1. Gib die Brennnesselwurzel zusammen mit dem kalten Wasser in einen kleinen Topf.
  2. Bring das Ganze zum Kochen und lass den Sud bei schwacher Hitze mit geschlossenem Deckel 10 bis 15 Minuten sanft köcheln.
  3. Nimm den Topf vom Herd und lass den Tee nochmals 10 Minuten ziehen.
  4. Gieße den Dekokt durch ein feines Sieb ab.

Anwendung: Trinke über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen täglich 2 bis 3 Tassen dieses warmen Suds zwischen den Mahlzeiten. Der Geschmack ist angenehm holzig, erdig und leicht süßlich.


Wichtige Tipps für die Praxis

  • Die richtige Kombination: In der Naturheilkunde wird die Brennnesselwurzel für die Prostata genialerweise oft im Verhältnis 1:1 mit Kürbiskernen (oder Kürbiskernöl) kombiniert, da sich die Phytosterole beider Pflanzen in ihrer Wirkung perfekt ergänzen.
  • Geduld mitbringen: Pflanzliche Prostata-Mittel wirken nicht über Nacht. Es dauert in der Regel 3 bis 4 Wochen konsequenter Einnahme, bis sich eine spürbare Besserung des Harnflusses einstellt.
  • Wichtiger medizinischer Hinweis: Die Brennnesselwurzel lindert die Beschwerden beim Wasserlassen, sie beseitigt jedoch nicht die Vergrößerung selbst. Da sich hinter Prostatabeschwerden in seltenen Fällen auch bösartige Veränderungen verbergen können, ist eine regelmäßige jährliche Vorsorgeuntersuchung (u. a. Bestimmung des PSA-Wertes) beim Urologen unerlässlich.

Möchtest du wissen, wie man die Brennnesselwurzel am besten selbst im eigenen Garten oder der Natur erntet und aufbereitet, oder suchst du nach einer Kombination mit anderen heimischen Kräutern?

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