Ein steigender Kreatininwert im Blut ist ein wichtiger Indikator dafür, dass die Nieren Abfallstoffe nicht mehr optimal filtern. Bei einer geschwächten Nierenfunktion muss man nicht nur auf Salz oder Eiweiß achten – auch einige sehr beliebte Küchengewürze können bei exzessivem Verzehr oder in konzentrierter Form die Nieren zusätzlich belasten.
Hier sind 5 Küchengewürze, bei denen man bei erhöhten Nierenwerten vorsichtig sein sollte:
1. 🛑 Sternanis & Anis (Ätherische Öle & Anethol)
- Die Gefahr: Anis und Sternanis enthalten hohe Mengen an ätherischen Ölen (insbesondere Anethol). In normalen Kocheinheiten ist das meist unbedenklich, doch in höheren Dosen oder als Konzentrat (z. B. in Tees oder Extrakten) können diese Stoffe die Nierenkanälchen (Tubuli) reizen.
- Worauf achten: Vorsicht bei hochdosierten Gewürztees oder Magen-Darm-Tees mit Anis, wenn die Nierenfunktion bereits eingeschränkt ist.
2. 🌶️ Muskatnuss (Myristicin-Belastung)
- Die Gefahr: Muskatnuss enthält Myristicin und Safrol. Diese Verbindungen müssen über Leber und Nieren abgebaut und ausgeschieden werden. Bei vorgeschädigten Nieren reichern sich die Abbauprodukte langsamer an und können zu toxischen Reizungen im Gewebe führen.
- Worauf achten: Muskatnuss nur sehr sparsam als reine Prise zum Abschmecken verwenden (keinesfalls Teelöffelmengen).
3. 🪵 Cassia-Zimt (Hoher Cumarin-Gehalt)
- Die Gefahr: Der günstige Cassia-Zimt enthält erhebliche Mengen an Cumarin. Cumarin ist nicht nur lebertoxisch, sondern kann bei hoher und täglicher Aufnahme auch die Nieren belasten und zu Flüssigkeitsansammlungen beitragen.
- Worauf achten: Bei Nierenproblemen stets auf Ceylon-Zimt umsteigen. Dieser ist edler und enthält nur minimale Spuren von Cumarin.
4. 🌿 Petersilie & Maggikraut/Liebstöckel (Stark harntreibend & Oxalate)
- Die Gefahr: Petersilie und Liebstöckel gelten zwar als klassische „Entwässerungskräuter“, genau das kann bei einer Niereninsuffizienz jedoch gefährlich werden. Sie erzwingen eine gesteigerte Nierendurchblutung und Harnausscheidung, was geschädigte Nieren überlasten kann. Zudem enthält Petersilie reichlich Oxalsäure, die die Bildung von Nierensteinen fördern kann.
- Worauf achten: Nicht in großen Mengen (z. B. als Hauptzutat in Salaten wie Taboulé oder in hochdosierten Entwässerungstees) konsumieren.
5. 🧂 Senfkörner & scharfe Gewürzmischungen (Capsaicin & Natrium)
- Die Gefahr: Scharfe Gewürze wie Senfsaat, Chilis oder Fertig-Gewürzmischungen enthalten Schärfestoffe (Capsaicin, Senföl-Glykoside), die die Schleimhäute der Harnwege reizen können. Zudem enthalten fertige Scharf-Gewürze oft sehr viel verstecktes Salz (Natrium), was den Blutdruck in die Höhe treibt – den Feind Nr. 1 geschädigter Nieren.
- Worauf achten: Frische Kräuter bevorzugen und Schärfe nur sanft dosieren. Reines Salz stets durch natriumarme Alternativen oder milde Kräuter ersetzen.
💡 Was tun bei steigendem Kreatininwert?
- Ausreichend trinken: Aber genau in dem Maße, das mit dem behandelnden Arzt abgesprochen ist (weder zu viel noch zu wenig).
- Eiweißzufuhr anpassen: Zu viel pflanzliches oder tierisches Eiweiß steigert die Kreatinin- und Harnstofflast im Blut.
- Arzt konsultieren: Vor allem bei der Einnahme von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln oder Gewürzextrakten immer Rücksprache mit der Nephrologie (Nierenheilkunde) halten.