Schlangenbiss: Was in den ersten Minuten zu tun ist, um ein Leben zu retten

Bei einem Schlangenbiss geht es in den ersten Minuten vor allem um zwei Dinge: Ruhe bewahren und die Ausbreitung des Giftes im Körper so gering wie möglich halten.

Glücklicherweise sind tödliche Schlangenbisse in Mitteleuropa (wo hauptsächlich Kreuzottern vorkommen) sehr selten. Dennoch sollte jeder Biss wie ein medizinischer Notfall behandelt werden.

🚨 Die wichtigsten Sofortmaßnahmen (Minute 1 bis 10)

  1. Notruf wählen (112): Rufen Sie sofort den Rettungsdienst oder lassen Sie ihn von einer Begleitperson rufen.
  2. Absolute Ruhe & Ruhigstellung:
    • Jede Muskelbewegung und jede Aufregung lassen das Herz schneller schlagen und beschleunigen die Ausbreitung des Giftes über das Lymph- und Blutsystem.
    • Die betroffene Person sollte sich sofort hinsetzen oder hinlegen und ruhig atmen.
    • Die gebissene Extremität (Arm oder Bein) ruhigstellen (z. B. mit einem Tuch oder einer Schiene fixieren) und unter Herzniveau halten.
  3. Schmuck und enge Kleidung sofort entfernen: Ringe, Armbanduhren, Armbänder oder enge Hosen/Socken an der betroffenen Gliedmaße müssen sofort ausgezogen werden, da das Gewebe sehr schnell und stark anschwellen kann.
  4. Wunde sanft versorgen:
    • Die Wunde nicht berühren. Wenn möglich, mit einem trockenen, sterilen Verband abdecken.
    • Nicht auswaschen, da Reste des Giftes an der Haut der Klinik später bei der Bestimmung der Schlangenart helfen können.
  5. Schlange merken (aber keine Risiken eingehen!):
    • Versuchen Sie nicht, die Schlange einzufangen oder zu töten.
    • Merken Sie sich Farbe, Muster und Kopfform oder machen Sie – nur aus sicherer Entfernung – ein schnelles Foto mit dem Smartphone für das Klinikpersonal.

❌ WAS SIE NIEMALS TUN SOLLTEN (Gefährliche Mythen)

  • NICHT aussaugen: Über kleine Schnittwunden im Mund kann das Gift in den Helfer gelangen, zudem gelangen Keime in die Wunde.
  • NICHT aufschneiden oder ausbrennen: Dies führt zu schweren Gewebeschäden, Infektionen und stärkeren Blutungsschäden.
  • NICHT abbinden: Das Stauen von Armen oder Beinen mit Gürteln oder Schnüren führt zu massiven Gewebeschäden (Nekrosen) und kann beim späteren Öffnen der Stauung zu einem lebensgefährlichen Schock führen.
  • Keinen Alkohol oder Koffein geben: Beide Stoffe beschleunigen den Herzschlag und damit die Giftverbreitung.

💡 Fazit

Der Schlüssel zur Erstversorgung bei einem Schlangenbiss lautet: Notruf 112 – Schmuck aus – Betroffenen hinlegen – Gliedmaße ruhigstellen. Durch konsequente Ruhe gewinnen Sie die wertvolle Zeit, die der Rettungsdienst braucht, um am Einsatzort einzutreffen.

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