Sichtbare Venen an den Beinen – wie Besenreiser oder Krampfadern – treten ab 50 häufiger auf, da die Bindegewebsfestigkeit nachlässt und die Venenklappen weniger effizient arbeiten. Um den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu unterstützen und das Schweregefühl in den Beinen zu lindern, lassen sich einfache Gewohnheiten direkt in den Alltag integrieren:
1. Die Muskel-Venen-Pumpe aktivieren
Bewegung ist das effektivste Mittel für eine gesunde Venenfunktion.
- Wippen im Stehen: Regelmäßig von den Fersen auf die Fußspitzen rollen. Das aktiviert die Wadenmuskulatur, die das Blut wie eine Pumpe nach oben drückt.
- Fußkreisen im Sitzen: Bei längerer sitzender Tätigkeit die Füße regelmäßig im Kreis bewegen und strecken.
- Zielgerichteter Sport: Zügiges Gehen, Schwimmen oder Radfahren sind besonders venenschonend.
2. Beine hochlegen
Wann immer es geht – ob abends auf der Couch oder beim Lesen –, sollten die Beine leicht über Herzhöhe gelagert werden. Die Schwerkraft hilft dabei, angestautes Blut und Gewebsflüssigkeit abzuleiten.
3. Kalt-warme Duschen (Kneipp-Güsse)
Beine am Ende des Duschens kalt abduschen (von den Füßen aufwärts Richtung Oberschenkel). Der Kältereiz lässt die Venen sich zusammenziehen, was die Elastizität der Gefäßwände trainiert und Schwellungen mindert.
4. Hitze und Stauung vermeiden
- Wärme reduzieren: Heiße Vollbäder, exzessives Sonnenbaden oder Saunagänge dehnen die Gefäße aus und verschlimmern das Schweregefühl.
- Langes Sitzen/Stehen unterbrechen: Alle 30 bis 60 Minuten kurz aufstehen und ein paar Schritte gehen.
- Beine nicht überschlagen: Das Überschlagen der Beine im Sitzen drückt die Venen in der Kniekehle ab und hemmt den Blutfluss.
5. Kleidung und Kleingewohnheiten anpassen
- Bequemes Schuhwerk: Flache Schuhe fördern das natürliche Abrollen des Fußes, was die Wadenpumpe optimal beansprucht.
- Lockere Kleidung: Eng sitzende Bünde an Hosen oder Strümpfen meiden, da sie den Lymph- und Blutfluss einschnüren können.
- Stütz- oder Kompressionsstrümpfe: Bei längeren Reisen oder stehenden Tätigkeiten bieten sie spürbare Entlastung.
Wann ärztlicher Rat wichtig ist
Sichtbare Venen sind oft ein kosmetisches Thema, können aber auch auf eine venöse Insuffizienz hinweisen. Eine Abklärung bei der Hausärztin, beim Hausarzt oder in der Phlebologie (Venenheilkunde) ist besonders ratsam, wenn:
- Die Beine regelmäßig schmerzen, jucken oder stark anschwellen.
- Hautverfärbungen oder Verhärtungen am Unterschenkel auftreten.
- Plötzlich eine einseitige Schwellung oder Rötung entsteht (Gefahr einer Thrombose).
Treten bei Ihnen eher leichte Besenreiser auf oder spüren Sie abends bereits ein deutliches Schweregefühl und Schwellungen?