Hier sind einige wenig bekannte Tricks für die Verwendung eines verstellbaren Schraubenschlüssels, die nur wenige kennen.

Ein verstellbarer Schraubenschlüssel (oft auch liebevoll „Engländer“ oder „Franzose“ genannt) gehört zur Grundausstattung jeder Werkstatt. Meistens wird er aber unterschätzt und nur als Notbehelf gesehen, weil er bei falscher Handhabung gerne mal abrutscht und die Muttern runddreht.

Mit den richtigen Kniffen wird aus dem vermeintlich klobigen Werkzeug jedoch ein echtes Präzisionsinstrument und ein genialer Problemlöser. Hier sind einige wenig bekannte Tricks, die nur echte Profis kennen:

1. Die “Zugrichtung” entscheidet über Kopf oder Kragen

Der wohl häufigste Fehler ist die falsche Ausrichtung des Schlüssels beim Drehen. Ein verstellbarer Schraubenschlüssel hat eine bewegliche Backe und eine feste Backe.

  • Der Trick: Die Kraft muss immer so angesetzt werden, dass der Druck beim Drehen auf die feste Backe ausgeübt wird.
  • Warum? Wenn Sie in Richtung der beweglichen Backe drücken, biegt sich die Einstellschnecke leicht auf. Der Schlüssel verliert seinen Halt, rutscht ab und die Mutter ist ruiniert. Drehen Sie den Schlüssel so, dass die feste Backe die Hauptarbeit leistet, presst sich das Werkzeug von selbst fester an die Mutter.

2. Der Münz-Trick: Den Schlüssel zum Messschieber machen

Sie müssen den Durchmesser einer Schraube, eines Rohrs oder einer Gewindestange bestimmen, haben aber keinen Messschieber zur Hand? Ihr verstellbarer Schlüssel kann das auch.

  • Der Trick: Klemmen Sie das Objekt passgenau zwischen die Backen des Schlüssels und fixieren Sie das Rädchen. Nehmen Sie das Objekt heraus. Nun können Sie den Abstand zwischen den Backen einfach mit einem normalen Lineal oder Zollstock nachmessen. Das ist um ein Vielfaches präziser, als das Lineal direkt an die runde Schraube zu halten.

3. Der Klebeband-Schutz für empfindliche Oberflächen

Verchromte Armaturen im Badezimmer oder eloxierte Fahrradteile sind extrem kratzempfindlich. Die harten Stahlbacken eines Engländers hinterlassen dort sofort unschöne Spuren.

  • Der Trick: Umwickeln Sie die Innenseiten der Backen vor dem Ansetzen mit ein bis zwei Lagen Isolierband, Panzertape oder dichtem Malerkrepp. Das Klebeband wirkt wie ein Puffer. Der Schlüssel greift immer noch fest genug, um die Mutter zu lösen, aber das weiche Material verhindert Kratzer auf dem empfindlichen Chrom.

4. Blech und Draht präzise biegen

Wenn Sie ein Stück Blech sauber umbiegen müssen, aber keine Abkantbank oder einen Schraubstock zur Hand haben, hilft der verstellbare Schraubenschlüssel als mobile Biegezange.

  • Der Trick: Stellen Sie die Backen exakt auf die Dicke des Blechs ein. Schieben Sie den Schlüssel so weit wie möglich auf die Kante, die gebogen werden soll. Durch die breite, flache Auflagefläche der Backen können Sie das Blech nun absolut gleichmäßig und mit perfektem Hebel genau an der gewünschten Linie umknicken, ohne dass sich das Material unschön verwellt.

5. Das “Kontern” mit dem Hammer verhindern

Manchmal sitzt eine Mutter so festgerostet, dass man mit normaler Muskelkraft nicht weiterkommt. Ein fataler Fehler wäre es, jetzt mit dem Hammer auf den Griff des verstellbaren Schlüssels zu schlagen – das zerstört das feine Gewinde der Einstellschnecke sofort.

  • Der Trick: Nutzen Sie das Loch am Ende des Griffs. Dieses ist nicht nur zum Aufhängen da. Sie können dort einen stabilen Schraubendreher oder eine Metallstange durchstecken, um den Hebelarm drastisch zu verlängern (T-Griff-Prinzip). Mehr Hebel bedeutet mehr Drehmoment, ganz ohne rohe Gewalt und ohne das Werkzeug zu beschädigen.

6. Festsitzende Ventile per “Zwei-Schlüssel-Zange” lösen

Wenn ein rundes Rohr oder ein glattes Ventil absolut keinen Griff bietet und eine Rohrzange fehlt, kann man sich aus zwei verstellbaren Schraubenschlüsseln eine extrem kraftvolle Zange bauen.

  • Der Trick: Setzen Sie den ersten Schlüssel an und stellen Sie ihn relativ eng ein. Den zweiten Schlüssel setzen Sie genau spiegelverkehrt so an, dass sich die Griffe kreuzen oder parallel laufen. Wenn Sie nun beide Griffe zusammendrücken, umschließen die Backen das runde Objekt von zwei Seiten und erzeugen einen enormen Anpressdruck, der selbst glatte Oberflächen packt.

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