20 einfache Wege, um Tomaten für größere Ernten anzubauen

Tomaten gehören zu den absoluten Favoriten in jedem Nutzgarten, doch sie sind auch echte Diven. Sie fordern reichlich Nährstoffe, viel Sonne und die richtige Pflege. Wer die Naturgesetze der Tomatenpflanze versteht und ein paar bewährte Kniffe anwendet, kann den Ertrag seiner Pflanzen vervielfachen.

Hier sind 20 einfache und hocheffektive Wege, wie Sie Ihre Tomatenernte auf ein neues Level heben:

Die perfekte Basis beim Pflanzen

1. Tief einpflanzen

Tomaten haben die geniale Fähigkeit, am gesamten Stängel neue Wurzeln zu bilden (Adventivwurzeln). Pflanzen Sie die Tomate so tief ein, dass die untersten Blätter knapp über dem Boden sind (untere Blätter vorher abknipsen). Je mehr Wurzeln, desto mehr Nährstoffe kann die Pflanze aufnehmen.

2. Die „Schräg-Pflanz-Methode“

Wenn Ihre Jungpflanzen im Frühjahr lang und spargelig geworden sind, legen Sie den Wurzelballen und den halben Stängel flach in eine längliche Pflanzrinne und biegen die Spitze vorsichtig nach oben. Das sorgt für ein riesiges Wurzelsystem in Rekordzeit.

3. Kompost ins Pflanzloch

Tomaten sind Starkzehrer. Geben Sie bei der Pflanzung eine dicke Handvoll reifen Kompost oder gut abgelagerten Pferdemist direkt ins Pflanzloch, um den perfekten Startdünger zu liefern.

4. Das Geheimnis der Urgesteinsmehl-Gabe

Mischen Sie etwas Urgesteinsmehl (am besten Basaltmehl) ins Pflanzloch. Es liefert wichtiges Calcium und Kieselsäure. Das stärkt die Zellwände und beugt der gefürchteten Blütenendfäule (schwarze Flecken unten an den Früchten) vor.

5. Basilikum als Partner pflanzen

Mischkultur par excellence: Basilikum hält durch seine ätherischen Öle Schädlinge wie Weiße Fliegen fern und verbessert (so sagen es viele erfahrene Gärtner) sogar das Aroma der Tomaten.

Das richtige Gießen & Mulchen

6. Niemals von oben gießen

Die goldene Regel: Die Blätter der Tomate dürfen niemals nass werden. Feuchtigkeit auf den Blättern ist die Eintrittskarte für den Pilz der Kraut- und Braunfäule. Gießen Sie immer direkt an die Basis.

7. Tiefgründig statt oberflächlich gießen

Gießen Sie lieber alle zwei bis drei Tage kräftig und durchdringend, anstatt jeden Tag nur ein bisschen. Das animiert die Wurzeln, in die Tiefe zu wachsen, wo der Boden länger feucht bleibt.

8. Mulchen mit Rasenschnitt oder Stroh

Decken Sie die Erde rund um die Tomaten mit einer Schicht trockenem Rasenschnitt oder Stroh ab. Das hält die Feuchtigkeit im Boden, verhindert das Aufspritzen von Erde (und Pilzsporen) beim Gießen und füttert das Bodenleben.

9. Gleichmäßigkeit verhindert Platzen

Wenn Tomaten nach einer Trockenperiode plötzlich mit Wasser überschwemmt werden, schießen die Früchte zu schnell auf und die Haut platzt auf. Halten Sie die Feuchtigkeit so konstant wie möglich.

Nährstoffe & Natürlicher Dünger

10. Die Brennnesseljauche-Kur

Verpassen Sie Ihren Tomaten während der Wachstumsphase alle zwei Wochen eine Dosis verdünnte Brennnesseljauche (Verhältnis 1:10 mit Gießwasser). Das liefert den perfekten, leicht verfügbaren Stickstoff für kräftiges Grün.

11. Beinwelljauche für die Fruchtbildung

Sobald die Tomaten anfangen zu blühen und Früchte anzusetzen, wechseln Sie zu Beinwelljauche (oder mischen sie bei). Beinwell enthält extrem viel Kalium, das die Pflanze jetzt dringend für die Ausbildung und das Reifen der Früchte braucht.

12. Holzasche in Maßen nutzen

Ein kleiner Teelöffel reine Holzasche (nur von unbehandeltem Holz!) im Sommer um die Pflanze gestreut liefert einen schnellen Kalium- und Calcium-Schub.

Erziehung, Schnitt & Pflege

13. Konsequentes Ausgeizen

Bei stabtomaten (indeterminierten Sorten) müssen die sogenannten Geiztriebe – die kleinen Triebe, die in den Blattachseln zwischen Hauptstamm und Blatt heraustreiben – regelmäßig ausgebrochen werden. Sonst steckt die Pflanze ihre Energie in den Dschungel aus Blättern statt in die Früchte.

14. Untere Blätter entfernen

Sobald die ersten Tomatenrispen ausgewachsen sind und anfangen zu reifen, entfernen Sie alle Blätter unterhalb dieser Rispe. Das sorgt für eine bessere Luftzirkulation und lässt die Sonne direkt an die Früchte.

15. Stabiler Halt von Anfang an

Tomaten werden unter der Last der Früchte schwer. Nutzen Sie Spiralstäbe, Holzpfähle oder Schnüre und binden Sie die Pflanzen rechtzeitig fest, bevor die Triebe knicken.

16. Die Pflanze rechtzeitig „koppen“

Ende August (je nach Klima) sollten Sie die Hauptspitze der Tomatenpflanze kappen und neue Blüten entfernen. Diese Früchte würden vor dem Frost ohnehin nicht mehr reifen. So lenkt die Pflanze all ihre Restenergie in das Reifen der bereits bestehenden Tomaten.

Befruchtung & Reife

17. Sanftes Schütteln im Gewächshaus

Tomaten sind Selbstbefruchter. Im Freiland erledigt der Wind die Arbeit. Im windstillen Gewächshaus sollten Sie während der Blütezeit morgens leicht an den Stäben oder Schnüren rütteln, damit der Pollen auf die Narbe fällt.

18. Auf die richtige Temperatur achten

Tomatenpollen wird bei Temperaturen über 32 °C steril. Sorgen Sie im Hochsommer im Gewächshaus für maximale Lüftung (Türen und Fenster auf!), sonst werfen die Pflanzen ihre Blüten unbefruchtet ab.

19. Richtiges Ernten regt neues Wachstum an

Ernten Sie reife Tomaten regelmäßig ab. Wenn die Pflanze ihre reifen Früchte losgeworden ist, steckt sie ihre Kraft sofort in das Ausreifen der nächsten, noch grünen Generation.

20. Das Trick-Reifen mit Äpfeln

Wenn im Herbst die ersten Fröste drohen und noch viele grüne Tomaten an den Sträuchern hängen, pflücken Sie diese ab. Legen Sie die grünen Tomaten zusammen mit einem reifen Apfel in eine Kiste oder eine Papiertüte. Der Apfel verströmt das Reifegas Ethylen, das die Tomaten im Haus perfekt rot und süß werden lässt.

Gärtner-Tipp für die Praxis: Weniger ist manchmal mehr. Probieren Sie nicht alle Düngemethoden gleichzeitig aus, sondern starten Sie mit einer guten Mulchschicht und einer soliden Jauche. Die Pflanze zeigt Ihnen durch tiefgrüne, kräftige Blätter sehr schnell, ob sie sich wohlfühlt.

RULE 2: EXPERT GUIDE Bauen Sie Ihre Tomaten in diesem Jahr eher im schützenden Gewächshaus an, oder müssen sich die Pflanzen bei Ihnen im Freiland gegen Wind und Wetter durchsetzen?

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