Dass Eier gut für die Muskeln sind, weiß fast jeder – doch ihre Wirkung auf unsere Sehkraft wird massiv unterschätzt. Auch wenn die Schlagzeile vom „Heilen“ der Augen biologisch zu weit greift (denn eine bestehende Kurzsichtigkeit oder einen grünen Star kann ein Ei nicht rückgängig machen), sind Eier aus wissenschaftlicher Sicht eines der kraftvollsten Lebensmittel für den Schutz und den Erhalt unserer Sehkraft.
Das Geheimnis liegt im Eigelb. Es ist eine biologisch perfekt abgestimmte Nährstoffbombe, die wie eine natürliche Sonnenbrille von innen für unsere Netzhaut wirkt.
Hier erfahren Sie, welche überraschenden Stoffe im Ei stecken und wie sie Ihre Augengesundheit massiv unterstützen:
Die inneren Filter: Lutein und Zeaxanthin
Im Zentrum unserer Netzhaut liegt der Punkt des schärfsten Sehens, die sogenannte Makula (auch „gelber Fleck“ genannt). Damit dieser Bereich gestochen scharfe Bilder liefern kann, benötigt er zwei ganz bestimmte Pigmente: Lutein und Zeaxanthin.
- Schutz vor blauem Licht: Diese beiden Antioxidantien filtern das schädliche hochenergetische blaue Licht (von Smartphones, Bildschirmen und der Sonne) heraus, bevor es die empfindlichen Sehzellen beschädigen kann.
- Der Ei-Vorteil (Bioverfügbarkeit): Lutein und Zeaxanthin stecken zwar auch in grünem Gemüse wie Spinat oder Grünkohl, doch im Ei sind sie an gesunde Fette gebunden. Da diese Pflanzenstoffe fettlöslich sind, kann der menschliche Körper sie aus dem Eigelb um ein Vielfaches besser und effizienter aufnehmen als aus jeder Pflanze.
Schutz vor der Volkskrankheit AMD
Die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist im Alter einer der häufigsten Gründe für den Verlust der Sehkraft. Dabei sterben die Zellen im gelben Fleck der Netzhaut langsam ab.
Studien haben gezeigt, dass ein regelmäßiger (aber moderater) Konsum von Eiern den Pigmentspiegel in der Makula deutlich anheben kann. Je dichter diese Pigmentschicht ist, desto besser sind die Zellen vor oxidativem Stress geschützt, was das Risiko für AMD und sogar für den Grauen Star (Katarakt) nachweislich senken kann.
Zwei weitere Augen-Helfer im Ei
Neben den Gelbpigmenten liefert das Ei zwei weitere essenzielle Bausteine für die Augen:
- Zink: Eier enthalten reichlich Zink. Dieses Spurenelement sorgt dafür, dass Vitamin A von der Leber überhaupt erst zur Netzhaut transportiert werden kann, um dort das Sehprotein für das Dämmerungssehen herzustellen.
- Vitamin A: Ein echter Klassiker für die Augen. Ein Mangel an Vitamin A führt schnell zu trockenen Augen und im schlimmsten Fall zu Nachtblindheit. Das Eigelb liefert dieses Vitamin in direkt verwertbarer Form.
Wie nimmt man die Nährstoffe am besten auf?
Damit die empfindlichen Antioxidantien im Eigelb optimal erhalten bleiben, kommt es auf die Zubereitung an:
- Das weiche Ei: Ideal ist es, wenn das Eiweiß komplett gestockt, das Eigelb aber noch flüssig oder wachsweich ist (wie beim weichgekochten Ei oder Spiegelei). Durch zu starkes, langes Erhitzen (wie bei steinharten Ostereiern) geht ein Teil der wertvollen Antioxidantien verloren.
- Auf die Herkunft achten: Eier von Hühnern aus Freiland- oder Bio-Haltung, die frisches Grünfutter und Kräuter fressen, haben ein tiefgelb-oranges Eigelb. Dieses enthält nachweislich deutlich mehr Lutein und gesunde Omega-3-Fettsäuren als das blasse Gelb aus konventioneller Käfig- oder Hallenhaltung.
Fazit: Das Ei ist ein fantastischer, natürlicher Bodyguard für Ihre Sehkraft. Es ersetzt natürlich nicht den regelmäßigen Gang zum Augenarzt, um den Augendruck oder die Netzhaut untersuchen zu lassen, aber es gibt den Zellen täglich genau das Werkzeug, das sie zur Regeneration brauchen.
Eine kurze Frage zum Schluss: Achten Sie bei Ihrer Ernährung bereits gezielt auf bestimmte Lebensmittel für die Augen, oder haben Sie bei sich selbst in letzter Zeit Veränderungen wie vermehrt trockene Augen oder Probleme beim Sehen in der Dämmerung bemerkt?