Die Herbstpflege von Rosen ist entscheidend für ihre Gesundheit im nächsten Jahr. Viele beliebte Fehler, die oft gemacht werden, beeinträchtigen die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen Frost und Krankheiten:
Hier sind 8 häufige Fehler bei der Rosenpflege im Herbst, die man vermeiden sollte:
- Zu radikaler Rückschnitt (Hauptfehler):
- Der Fehler: Die Rose wird im Herbst bereits auf die endgültige Frühjahrshöhe zurückgeschnitten.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Ein starker Rückschnitt fördert neue, weiche Triebe. Diese jungen Triebe können vor dem Winter nicht mehr richtig ausreifen (verholzen) und werden beim ersten Frost schwer beschädigt. Die verbleibenden langen Triebe dienen als natürlicher Winterschutz und schirmen die Veredelungsstelle ab.
- Besser machen: Im Herbst nur lange, peitschende Triebe um etwa ein Drittel einkürzen, um Windbruch zu verhindern und den späteren Winterschutz (Anhäufeln) zu erleichtern. Der eigentliche, kräftige Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr.
- Zu späte oder falsche Stickstoffdüngung:
- Der Fehler: Es wird noch Stickstoff-reicher Dünger (Blühdünger) verwendet, oder es wird zu spät (nach Juli/August) gedüngt.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Stickstoff regt das Wachstum an. Das Ergebnis sind wieder weiche, frostempfindliche Triebe (siehe Fehler 1).
- Besser machen: Ab Spätsommer/Herbst nicht mehr stickstoffhaltig düngen. Stattdessen kann ein Kalium-betonter Herbstdünger gegeben werden. Kalium stärkt die Zellwände und verbessert so die Frosthärte der Rose.
- Krankes Laub am Boden liegen lassen:
- Der Fehler: Blätter, die von Pilzkrankheiten wie Sternrußtau oder Rosenrost befallen sind, bleiben unter der Rose liegen.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Pilzsporen überwintern im befallenen Laub. Im Frühjahr werden die Sporen wieder auf die neu austreibenden Rosen gespritzt und infizieren die Pflanze erneut.
- Besser machen: Gesamtes befallenes Laub sorgfältig entfernen und nicht kompostieren, sondern im Hausmüll entsorgen.
- Nicht Anhäufeln (Schutz der Veredelungsstelle vergessen):
- Der Fehler: Die Rose wird ohne Winterschutz in den Winter geschickt.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Die Veredelungsstelle (der verdickte Bereich über den Wurzeln) ist der empfindlichste Teil der Rose. Gefriert sie durch, stirbt die Rose oberhalb ab.
- Besser machen: Vor dem Winter (nach den ersten leichten Frösten) die Basis der Rose (die Veredelungsstelle) ca. 15–20 cm hoch mit lockerer Erde oder Kompost anhäufeln. Bei Stammrosen muss die Krone zusätzlich mit Vlies oder Jutesäcken umwickelt werden.
- Triebe und Kronen mit Folie abdecken:
- Der Fehler: Die Krone der Rose oder die Triebe werden luftdicht mit Plastikfolie umwickelt.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Unter Folie kann keine Luft zirkulieren. Es entsteht Stauhitze an sonnigen Wintertagen und Fäulnis bei feuchter Witterung.
- Besser machen: Nur atmungsaktive Materialien wie Jute, Vlies oder Tannenreisig für den Winterschutz verwenden.
- Verblühte Hagebutten komplett entfernen:
- Der Fehler: Bei allen Rosen (auch Wild- und einmalblühenden Sorten) werden alle verblühten Triebe komplett weggeschnitten.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Viele Wild- und Strauchrosen bilden aus den Blüten im Herbst Hagebutten, die als wichtige Nahrungsquelle für Vögel dienen und einen dekorativen Winterschmuck bieten.
- Besser machen: Bei Sorten, die Hagebutten bilden, die Früchte stehen lassen.
- Schnittwerkzeug nicht desinfizieren:
- Der Fehler: Beim Herbstschnitt wird die gleiche Gartenschere verwendet, ohne sie zu reinigen.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Krankheitserreger und Pilzsporen werden von einer kranken Rose auf die nächste gesunde Pflanze übertragen.
- Besser machen: Die Schere vor dem Gebrauch und zwischen jeder Pflanze mit Alkohol oder einem Desinfektionsmittel reinigen, um eine Übertragung zu vermeiden.
- Bei Topfrosen das Gießen vergessen:
- Der Fehler: Topfrosen werden nach dem Einwintern komplett vergessen und nicht mehr gegossen.
- Der Grund, warum es ein Fehler ist: Auch im Winter benötigen Rosen – besonders im Kübel, wo die Erde schneller austrocknet – an frostfreien Tagen etwas Wasser, um nicht zu vertrocknen (Frosttrocknis).
- Besser machen: An frostfreien Tagen mäßig gießen, um die Wurzeln feucht zu halten. Der Topf sollte dabei erhöht und geschützt (z. B. auf Styropor oder Holz) stehen.